鹿柴

lù zhài

Deer Enclosure

王维 (Wang Wei) · Tang Dynasty · 701761

Originaltext

空山不见人,

kōng shān bú jiàn rén,

但闻人语响。

dàn wén rén yǔ xiǎng.

返景入深林,

fǎn jǐng rù shēn lín,

复照青苔上。

fù zhào qīng tái shàng.

Translation (German)

In the empty mountains, no one can be seen — yet voices echo from somewhere. Returning sunlight enters the deep forest and shines again upon the green moss.

Historischer Hintergrund

Dies ist eines von zwanzig Gedichten in Wang Weis „Wang River Collection“ (辋川集), das Szenen rund um sein Landgut in den Zhongnan-Bergen in der Nähe von Chang'an beschreibt. Das Hirschgehege war ein bestimmter Ort auf dem Grundstück. Wang Wei verfasste diese Gedichte während Phasen des Rückzugs aus dem öffentlichen Leben, tief beeinflusst vom Chan (Zen) Buddhismus.

Literarische Analyse

Dieses Gedicht ist eine Meisterleistung in der Schaffung von Atmosphäre durch Abwesenheit. Der „leere Berg“ mit unsichtbaren Stimmen erzeugt ein Paradox – die Leere ist nicht wirklich leer. Der Sonnenstrahl, der in den tiefen Wald eindringt, beleuchtet nur Moos und deutet darauf hin, wie selten Licht (oder Menschen) diesen Ort durchdringen. Das Gedicht verkörpert das Zen-Konzept, eine tiefe Präsenz in scheinbarer Leere zu finden.

Form

Five-character Quatrain (五言绝句)

Thema

Nature & Landscape

Über Wang Wei (王维)

Wang Wei was a Tang Dynasty poet, musician, painter, and statesman known as the "Poet-Buddha" (诗佛) for the Zen Buddhist sensibility in his work. His nature poetry achieves a meditative stillness that has been compared to traditional Chinese landscape painting. He is considered one of the greatest landscape poets in Chinese literature.

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